Fair Trade Mode – Diese Marken und Shops gibt es

Fair Fashion: Faire Kleidung Marken und Shops

Bio, nachhaltig, fair, sozial, zertifiziert – viele Hersteller werben inzwischen mit ökologisch und sozial verantwortungsvollen Artikeln und bezeichnen sich als „Faire Kleidung Marken“. Doch bei der großen Auswahl kann es auch unübersichtlich werden. Manchmal ist nur schwer zu erkennen, welche Standards tatsächlich eingehalten werden. Eine Orientierungshilfe bieten Zertifizierungen und Siegel wie das Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Rohstoffe (besonders Baumwolle), das Siegel der Fair Wear Foundation (FWF) für menschenwürdige Produktionsbedingungen und der Global Organic Textile Standard (GOTS) für Umweltverträglichkeit.

Dieser Text gibt euch einen kleinen Überblick über verschiedene Faire Kleidung Marken und Shops mit unterschiedlichen Schwerpunkten – vom großen Label bis zum kleinen Webshop. Die meisten Shops berücksichtigen sowohl ökologische als auch soziale Gesichtspunkte, besonders beliebt ist die Kombination aus GOTS- und Fairtrade-Zertifizierung. In allen Shops ist eine Vielzahl von Produkten erhältlich, sehr groß ist die Auswahl bei Shirts, Sweatern und Hoodies. Auch der Stil der Kleidung variiert, von schlichten Basics bis zu modischen Schnitten und auffällig bedruckten Kleidungsstücken ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Armed Angels

Zu den bekanntesten Faire Kleidung Marken gehört Armed Angels aus Köln. Das Label steht seit Anfang 2007 für faire Biokleidung. Sie wird im herstellereigenen Online-Shop, aber auch in vielen anderen Geschäften vertrieben. „Auf dem Weg, das fairste Modelabel der Welt zu werden“, sind alle ihre Artikel sowohl Fairtrade- als auch GOTS-zertifiziert. Für jeden Artikel im Shop sind außerdem alle Informationen zu Herkunft, Material und Zertifizierungen noch einmal zusammengefasst. Das Sortiment für Frauen und Männer bietet eine große Anzahl von bedruckten und unbedruckten Shirts, Tops, Sweatern und Pullovern sowie Hosen, Shorts und Jeans. Außerdem gehören Röcke, Kleider, Blazer, Blusen, Hemden und einige Accessoires zum Angebot.

http://www.armedangels.de

EarthPositive

EarthPositive ist eine Marke des Unternehmens Continental Clothing mit Sitz in Berlin. Das Unternehmen führt drei in London entworfene Kollektionen bedruckbarer Kleidungsstücke. EarthPositive verwendet dabei ausschließlich Biobaumwolle, während die Schwesterkollektion „Salvage“ aus recyceltem Material besteht. Continental Clothing wirkt vor allem als Großhändler für andere Shops, die die schlichten EarthPositive Shirts, Pullover, Hoodies und Baumwolltaschen bedruckt oder unbedruckt weiterverkaufen. Die Marke ist auf vielen Verkaufsplattformen vertreten und bietet neben Freizeitkleidung für Männer und Frauen auch Artikel für Kinder und spezielle Babybekleidung. Das Unternehmen arbeitet nach den Standards der Fair Wear Foundation (FWF), die Artikel der EarthPositive Collection sind außerdem nach GOTS zertifiziert.

http://www.continentalclothing.de

Glore

Glore steht für „globally responsible fashion“ und stellt im Online-Shop sowie in den Filialen in Hamburg, München, Nürnberg und Stuttgart eine Anzahl von fairen und ökologischen Marken zusammen. Die Produkte werden laut eigenen Aussagen nach dem GOTS-Zertifikat ausgewählt, darüber hinaus sind einige Kleidungsstücke auch nach FWF oder Fairtrade zertifiziert. Genaue Angaben zu Herkunft und Zertifikaten sind zu jedem Artikel im Shop gesondert aufgeführt.

Zum Programm für Männer und Frauen gehören bei Glore Jacken, Mäntel, eine große Auswahl von Hosen und Oberteilen sowie Sportbekleidung, Wäsche, Strümpfe, Schuhe und Accessoires. Ergänzt wird das Angebot außerdem durch Produkte für Babys und Kinder, Pflegeprodukte, Make-up und ausgesuchte Artikel aus der Kategorie Lifestyle (zum Beispiel Möbel oder Wohntextilien) – ebenfalls nach den jeweiligen Standards zertifiziert.

http://www.glore.de

Greenality

Greenality aus Stuttgart wurde 2008 gegründet. Im Webshop vertreibt das Unternehmen Artikel aus eigener Produktion und auch von anderen Herstellern. Der Shop setzt auf Zertifizierungen nach GOTS und Fairtrade, einige Artikel sind darüber hinaus auch als vegan gekennzeichnet. Nach eigenen Angaben sind manche Artikel außerdem mit Track- & Trace-Codes der Initiative MADE-BY ausgestattet, die es ermöglichen, die Lieferkette jedes einzelnen Kleidungsstücks nachzuverfolgen. Im Shop für Männer und Frauen finden sich schlichte und auch modisch bedruckte Artikel. Verkauft wird eine große Auswahl an Oberteilen (T-Shirts, Longsleeves, Pullover und Strickjacken, Hemden, Blusen), Hosen, Kleider und Röcke ebenso wie Jacken, Schuhe und Wäsche.

http://www.greenality.de

Kuyichi

Das Label Kuyichi wurde 2001 von der Niederländischen Organisation Solidaridad gegründet. Seine Artikel sind in zahlreichen Geschäften und Webshops sowie im eigenen Webshop (nur auf Englisch) erhältlich. Hierzu gehören in erster Linie fair und bio produzierte Jeans, aber auch Tops, Shirts, Hemden, Kleider, Röcke und Accessoires. Das Label setzt sich nach eigenen Angaben besonders für Nachhaltigkeit ein und ist Mitglied der Fair Wear Foundation. Die Zertifizierungen und Standards der jeweiligen Produzenten lassen sich durch MADE-BY für alle Produkte einzeln nachverfolgen. Neben Bio-Baumwolle verwendet Kuyichi inzwischen für manche Produkte auch weitere alternative oder recycelte Materialien. In den Niederlanden ist es sogar möglich, alte Jeans zum Recycling bei den Kuyichi-Händlern abzugeben.

http://www.kuyichi.com

Manomama

Das Unternehmen Manomama aus Augsburg setzt auf eine ausschließlich deutsche Produktion. Besonderen Wert legt es dabei auf soziale Aspekte: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind zu großen Teilen ehemalige Langzeitarbeitslose, die hier seit 2010 eine Chance auf einen Arbeitsplatz mit fairen Bedingungen erhalten. Eingestellt werden zum Beispiel Menschen mit Behinderungen, Alleinerziehende oder Menschen ohne Schulabschluss.

Aus Kostengründen verzichtet Manomama auf eine Zertifizierung der Produktion, setzt dafür aber auf sehr viel Transparenz: Ein „Ökopass“ bildet den Gesamtproduktionsweg des Kleidungsstücks und die Herkunft der jeweiligen Bestandteile für jedes Produkt ab. Manomama kooperiert außerdem mit Bioland und produziert nach deren Richtlinien mit Rohstoffen aus kontrolliert biologischem Anbau. Im Shop sind fair in Deutschland hergestellte Tops, Shirts, Sweater, Röcke, Kleider, Jacken und Accessoires verfügbar.

http://www.manomama.de

Recolution

Ebenfalls 2010 gegründet wurde das Hamburger Label Recolution. Der kleine Webshop enthält eine Auswahl an Oberteilen sowie Hosen und Röcke. Die Produktpalette bietet nach eigener Aussage „lässige, urbane und norddeutsche Kleidung“ für Männer und Frauen. Die Produkte bestehen aus Bio-Baumwolle und sind GOTS- und Fairtrade-zertifiziert. Recolution versucht, die üblichen langen Verkehrswege von Kleidungsstücken zu verhindern: Anbau der Baumwolle, Herstellung der Stoffe und Verarbeitung nach den selbst entwickelten Designs sind in der Türkei gebündelt. Darüber hinaus zeigt das Unternehmen zusätzliches soziales Engagement: drei Prozent der Einnahmen aus dem Online-Shop werden für ein Projekt zur Entwicklungshilfe in Indien gespendet. Besonders interessant für Schülerinnen und Schüler sowie Studierende: Wer einen entsprechenden Ausweis einsendet, erhält zehn Prozent Rabatt.

http://www.recolution.de

ThokkThokk

Auch ThokkThokk bietet eine Reihe von Bio- und Fairtrade Kleidungsstücken. Das Unternehmen aus München verkauft in seinem Webshop vor allem T-Shirts, Sweater, Pullover, Unterwäsche und Socken aus eigener Herstellung. Zusätzlich sind einige Artikel anderer Hersteller erhältlich, ebenso wie ThokkThokk auch auf weiteren Verkaufsplattformen vertreten ist. Die Kleidungsstücke für Männer und Frauen sind in der Regel nach Fairtrade und GOTS zertifiziert, zum Teil auch nach anderen Richtlinien, wie zum Beispiel dem Schweizer Siegel bioRe. Informationen zur Herkunft und Lizenzierung sind für jedes Produkt genau angegeben. Für die eigene Kollektion sind außerdem sehr ausführliche Informationen zu den Produktionsstätten auf der Website erhältlich.

http://www.thokkthokkmarket.com

Zündstoff

Zündstoff betreibt neben einem Onlineshop auch ein Geschäft in Freiburg. Neben der GOTS-zertifizierten Eigenmarke gehören auch weitere Hersteller zum Angebot für Männer und Frauen. Vertrieben werden Hemden, Shirts und Tops, Pullover, Röcke und Kleider ebenso wie Hosen und Jeans, Socken und Unterwäsche sowie Jacken und Accessoires. Für alle Produkte sind im Shop Informationen zu Herstellern und Zertifizierungen sichtbar. Zusätzlich im Programm ist der Bereich „Non-Clothing“ mit Kosmetika, Kaffee und Büchern aus fairer Produktion.

http://www.zuendstoff-clothing.de

Avesu

Der Shop Avesu ist spezialisiert auf Schuhe aus ausschließlich veganen Materialien, die zudem unter fairen Bedingungen hergestellt werden. Avesu wurde 2010 gegründet und gab es zunächst nur als Onlineshop. Inzwischen gibt es aber auch mehrere Filialen in Berlin, weitere sind in anderen Städten in Planung. Das Sortiment richtet sich an alle: Damen, Herren und Kinder. Die erhältlichen Schuhe sind nicht explizit Fairtrade- oder GOTS-zertifiziert, stammen aber zu 90% aus europäischer Herstellung bzw. aus der EU. Dieser Anteil kann durch die hohen rechtlichen Standards in europäischen Ländern schon einmal als „unter fairen Bedingungen hergestellt“ angesehen werden. Bei den verbleibenden 10% der Artikel aus Ländern außerhalb der EU lässt Avesu die Bedingungen vor Ort überprüfen, bevor ein Hersteller in das Sortiment aufgenommen wird. In den meisten Fällen gibt Avesu direkt in der Produktbeschreibung oder in der Markenbeschreibung an, wo die Schuhe hergestellt werden.

http://www.avesu.de/

Doghammer

Doghammer ist ein Start-up für nachhaltige Schuhe aus Rosenheim. Die Gründer Matthias Drexlmaier und Maximilian Hundhammer haben es sich zur Vision gemacht, einen outdoortauglichen Schuh herzustellen, der einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck hinterlässt. So entstand die erste nachhaltige Zehensandale von Doghammer in Zusammenarbeit mit einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Rosenheim. Mittlerweile hat sich das Sortiment vergrößert und man findet neben Outdoorsandalen auch Hüttenschuhe aus Wolle sowie Wanderschuhe und Outdoor Sneaker aus natürlichem Kork, welche fair in Portugal produziert werden. Auch individuelle Zehensandalen sind nach wie vor im Sortiment vorhanden und werden weiterhin in Zusammenarbeit mit der Werkstatt für Menschen mit Behinderung gefertigt.

https://www.doghammer.de/

Und wie geht es weiter?

Weitere Brands mit fairer Kleidung

Neben den vorgestellten Faire Kleidung Marken und Shops gibt es zahlreiche weitere Anbieter von fairer und ökologisch produzierter Kleidung. Fast alle stellen auf ihren Internetseiten detaillierte Informationen über ihre Arbeitsweise zur Verfügung. Schließlich gehört zum Thema Fair-Trade vor allem eine bewusste und informierte Kaufentscheidung – und neben Siegeln zur Orientierung ist auch Transparenz ein wichtiges Kriterium für die Auswahl einer Marke oder eines Shops. So können alle Konsumentinnen und Konsumenten selbst entscheiden, worauf sie am meisten Wert legen und wem sie vertrauen. Also klickt Euch durch die Websites, informiert Euch und genießt das gute Gefühl beim fairen Einkauf!

Faire Kleidung als Teilsortiment

Zwischen schwarz und weiß gibt es noch allerhand Zwischentöne. Jeder Schritt in Richtung fair ist begrüßenswert, auch wenn das Ideal der umfassenden Fairness und Transparenz noch nicht erreicht wurde, sondern erst eine Tendenz dahin besteht. Gerade wenn sich Händler auf eine sehr spezifische Produktsparte festgelegt haben, kommt es häufig vor, dass diese zwar mitnichten als „fairer Shop“ angesehen werden können, aber zumindest einige zertifiziert faire Produkte als Alternative zu ihrem Standardsortiment im Programm haben. Ob es Euch ausreicht, die steuernde Macht Eurer Konsumentscheidung auf ein Produkt innerhalb eines gemischten Sortiments zu beschränken, oder ob Euch das nicht weit genug geht, könnt natürlich nur Ihr selbst entscheiden. Aber um Euch zu zeigen, dass Ihr diese Wahl überhaupt habt, möchten wir Euch exemplarisch drei Händler aus drei unterschiedlichen Branchen vorstellen, die diesen Ansatz in unterschiedlich starkem Umfang verfolgen.

(Textile) Fotoprodukte – Printplanet

Printplanet ist ein Anbieter von Foto-und Printprodukten verschiedener Art. Neben dem Druck auf Papier und andere Materialien bietet Printplanet auch die Bedruckung von Textilien an. Besonders auf Textilien verwendet Printplanet für den Großteil der Produkte ausschließlich Druckfarben, die mit dem OEKO-TEX®100-Standard zertifiziert sind. Auch viele der bedruckbaren Textilien selbst tragen dieses Siegel. In Sachen Fairness tragen die meisten Artikel dagegen keinerlei Zertifikat. Allerdings gibt es bei T-Shirts die hervorgehobene Möglichkeit, anstelle eines unzertifizierten T-Shirts ein GOTS- und Fair-Wear-zertifiziertes EarthPositive-T-Shirt für den Druck zu verwenden.

http://www.printplanet.de/

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